Sintern ist das Verfestigen kristalliner, körniger oder pulverförmiger Stoffe durch Zusammenwachsen der Kristallite bei entsprechender Erwärmung, ohne dass sämtliche Komponenten der Stoffe aufschmelzen. Durch den Einsatz von Sintermitteln wird die Reaktionstemperatur ggf. um bis zu 200 °C herabgesetzt. So wird z. B. bei sauren Stampfmassen Borsäure oder Borsäureanhydrit eingesetzt. Durch diesen Zusatz von 0,8 % wird der Sinterpunkt des reinen Quarzits von 1700 °C auf 1550 °C herabgesetzt.
Sintern ist ein thermisches Fertigungsverfahren, bei dem Pulverwerkstoffe unterhalb ihres Schmelzpunktes erhitzt und durch atomare Diffusion verbunden werden, um feste und stabile Bauteile herzustellen.
Wie funktioniert Sintern genau?
Beim Sintern werden Metallpulver oder Keramikpulver zunächst in spezielle Formen gepresst oder modelliert. Anschließend erfolgt eine Erwärmung im Ofen auf Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes der verwendeten Materialien. Durch die entstehende Wärme tritt eine atomare Diffusion auf, bei der sich die einzelnen Pulverteilchen verfestigen und miteinander verschmelzen, ohne jedoch vollständig flüssig zu werden. Dieses Verfahren ermöglicht es, komplizierte Formen zu erzeugen und Bauteile mit genauen Maßtoleranzen und speziellen Werkstoffeigenschaften herzustellen.
Anwendungsbeispiele und Vorteile des Sinterns
Das Sintern besitzt eine große Bedeutung in verschiedenen Industrien, insbesondere in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrttechnik sowie beim Maschinen- und Anlagenbau. Typische Bauteile, die durch Sintern hergestellt werden, sind beispielsweise Getriebeteile, Filter, Schleifwerkzeuge und Lagerbuchsen. Die Vorteile der Sintertechnik liegen dabei vor allem in der Möglichkeit, sehr komplexe Strukturen kostengünstig herzustellen und Bauteile mit hoher Festigkeit und spezifischer Porosität zu erzeugen.
Sintern und Nachhaltigkeit
Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit bietet das Sintern entscheidende Vorteile: Der Materialverbrauch ist durch die pulverförmigen Ausgangsmaterialien und die effiziente Bearbeitung deutlich geringer als bei traditionellen Verfahren. Zudem verringert das Sintern den Energieverbrauch erheblich, da das Material nicht vollständig geschmolzen werden muss. Somit trägt das Verfahren zu einer ressourcen- und energiesparenden Produktion bei, was es gerade aktuell besonders wertvoll macht.