Gusseisen

Gusseisen ist eine Legierung aus Eisen, Kohlenstoff und Silizium, die durch Gießen in Formen verarbeitet wird.

Eigenschaften von Gusseisen

Gusseisen zeichnet sich durch seinen hohen Kohlenstoffgehalt aus, der typischerweise zwischen 2,1 % und 4 % liegt. Diese Zusammensetzung verleiht dem Material seine charakteristische Härte und Sprödigkeit. Im Vergleich zu Stahl ist Gusseisen weniger duktil, was bedeutet, dass es leichter brechen kann, aber es bietet eine hervorragende Druckfestigkeit. Darüber hinaus hat Gusseisen eine gute Wärmeleitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit, weshalb es oft in Motor- und Maschinenkomponenten eingesetzt wird.

Anwendungen von Gusseisen

Aufgrund seiner robusten Eigenschaften wird Gusseisen in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. In der Bauindustrie wird es häufig für Rohre und Sanitärarmaturen verwendet. In der Automobilindustrie werden Motorteile und Bremsscheiben aus Gusseisen gefertigt, da es hohe Temperaturen aushalten kann. Auch in der Herstellung von Kochgeschirr, wie Pfannen und Töpfen, ist Gusseisen sehr beliebt, da es eine gleichmäßige Wärmeverteilung gewährleistet und langlebig ist.

Herstellung und Verarbeitung

Gusseisen wird in der Gießerei im Kupolofen oder im Induktionsofen erschmolzen; induktives Schmelzen deckt rund 40 % der weltweiten Gusseisenerzeugung. Der Hochofen erzeugt dagegen aus Erz Roheisen und steht im Hüttenwerk, nicht in der Gießerei. Nach dem Schmelzprozess wird das flüssige Gusseisen in Formen gegossen, wo es abkühlt und seine endgültige Form annimmt. Je nach gewünschter Anwendung können die Eigenschaften des Gusseisens weiter durch Wärmebehandlung oder durch die Zugabe anderer Legierungselemente verändert werden. Diese Flexibilität hebt Gusseisen als vielseitiges Material in der Industrie hervor.

Arten von Gusseisen

Gusseisen wird nach der Ausbildung des Graphits unterschieden. Wichtige Formen sind Lamellengraphit, Kugelgraphit und Vermiculargraphit. Zusätzlich unterscheidet die Bruchfläche graues und weißes Gusseisen. Tempergusseisen erstarrt zunächst graphitfrei wie weißes Gusseisen und erhält seine Zähigkeit erst durch anschließendes Glühen[1]; Hartguss erstarrt ebenfalls weiß und zeigt dementsprechend eine weiße Bruchfläche[2].

Quellen

  1. Maschinenbau-Wissen.de: Temperguss. Abgerufen am 27.08.2026.
  2. Esterer Gießerei GmbH: Verschleißguss, Hartguss, weißes Gusseisen. Abgerufen am 27.08.2026.

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