Energie oder Energieverbrauch ist die Bezeichnung für das Produkt aus Leistung mal Zeit und wird angegeben in kWh. Beim Schmelzen ist in der Regel der Begriff „Energieverbrauch“/Tonne Schmelzgut von Interesse. Hierbei muß man zwischen dem theoretischen und dem praktischen unterscheiden. Der theoretische Bedarf liegt bei rund 390 kWh je Tonne Eisen. Der Netzenergiebedarf eines gut ausgelegten Hochleistungsschmelzofens liegt bei den in der Gießerei üblichen Abstichtemperaturen (ca. 1.450 bis 1.500 °C) bei 510 bis 540 kWh/Tonne, der praktische Schmelzbetrieb üblicher Anlagen bei 585 bis 640 kWh/Tonne.[1] Wenn ein Tiegelofen als „Schmelzmaschine“ mit optimaler Chargierung, Absaugung und Prozesssteuerung gefahren wird, sind bei der höheren Abstichtemperatur von 1.550 °C Energieverbräuche von 560 kWh/Tonne möglich. Der Aufschlag gegenüber der Hochleistungsspanne erklärt sich temperaturbedingt: rund 15 kWh/t je 50 K Mehrtemperatur, netzseitig (Rechenprobe: 0,83 kJ/(kg·K) x 50 K = 11,5 kWh/t Nutzenergie, bei einem Wirkungsgrad von 0,75 rund 15,3 kWh/t Netzenergie, vgl. /schmelzzeit/), sodass 560 kWh/t bei 1.550 °C konsistent zur Hochleistungsspanne bei 1.450 bis 1.500 °C liegt.
Quellen
- Dr. Erwin Dötsch (ABP Induction Systems GmbH): Induktionsofentechnologie und Energieeffizienz. GIESSEREI 06/2011, veröffentlicht auf guss.de (Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e. V.): spezifische Enthalpie 390 kWh/t für Schmelzen und Überhitzen von Gusseisen auf 1.500 °C, Netzenergiebedarf 520 kWh/t bei 1.500 °C, praktischer Schmelzbetrieb 560 bis 650 kWh/t. Abgerufen am 27.08.2026.
Ein Kommentar zu „Energie / Energieverbrauch“