Wärmerückgewinnung ist bei Tiegelöfen nur beschränkt und in Abhängigkeit der Anlagenkonfiguration nur mit hohem Aufwand erfolgreich einsetzbar.
In der Regel liegt der Temperaturbereich des Kühlwassers zwischen 30 und 65 °C. In der Praxis wird dabei häufig mit einer Temperaturdifferenz von rund 27 K gearbeitet, unabhängig von den genannten Bereichsgrenzen. Wärmepumpen arbeiten bei ca. 80 °C effizient. Oberhalb von 72 °C fällt aus dem Kühlwasser der Kalk aus, die Wasserleitungen setzen sich zu und erfordern eine entsprechende Behandlung des Wassers. Nutzbare Anwendungen sind: Aufbereitung von Waschwasser und Beheizung von Räumen im Winter. Bei einem 5 t-Ofen mit 3.000 kW fallen ca. 810 kW Wärmeenergie im Kühlwasser an (Erfahrungswert; Verlustwärme von Spule und Tiegelwand, ohne Umrichter[1]), die nur zu einem geringen Anteil wirtschaftlich genutzt werden können. Es gibt eine Vielzahl von Ingenieurbüros, die sich mit der Wärmerückgewinnung beschäftigen. Das Kühlwasser des Ofens erreicht 65 °C, die Rücklauftemperatur ist wegen der Kalkausfällung auf 72 °C begrenzt. Wärmepumpen arbeiten erst bei etwa 80 °C wirtschaftlich. Deshalb ist eine direkte Anhebung auf Nutztemperatur nicht möglich.
Quellen
- Herbert H. Netzel: Induktionsofenhandbuch. 3. Auflage, Eigenverlag IES, Witten 2003, S. 222. Erfahrungswert, keine Herstellerangabe. Das Handbuch nennt im Abschnitt Kühlwassermengen (S. 118) für denselben Beispielofen 810 bzw. 1.050 kW mit unterschiedlichem Umfang. Wir vereinheitlichen auf 810 kW (Spule und Tiegelwand).