Entstauben ist die Reinigung der Abluft, der staubbeladenen Absaugfilter und der Heißgase im Industriebetrieb und den Gießereien.
Lexikon
Erdschluss
Erdschluss ist ein Isolationsfehler zwischen spannungsführenden Konstruktionselementen und den auf Erdpotential liegenden Konstruktionselementen sowie dem über Bodenelektroden geerdeten Schmelzenbad.
Erdschlusssuche
Erdschlusssuche beschränkt sich in der Regel auf den Bereich des Ofens und dort im Wesentlichen auf den Bereich der Ofenspule. Als 1. sollte man die Funktion der Erdschlussanzeige mit einem 500 Ohm Widerstand, der in die Messstrecke eingebaut wird, prüfen. Zur Feststellung, ob der Erdschluss zwischen der Schmelze und der Spule ist, muss nach dem Abklemmen der Bodenelektroden ein wesentlich höherer Widerstandswert angezeigt werden. Falls weiterhin der Erdschluss mit gleichem Wert ansteht, muss dieser ausserhalb der Ofenspule anstehen. In einem dunklen Ofenraum kann ein Schluss ggf. sichtbar werden. Sollte der Schluss im Bereich der Zuleitungen oder der Energieversorgung liegen, so könnte dieses in dunklen Betriebsräumen sichtbar sein. Bei Netzfrequenzanlagen treten oft Erdschlüsse im Bereich der Anfahrwiderstände auf. Eine „Hammermethode“ ist die Prüfung mit überbrücktem Isolationswächter, geerdetem Sternpunkt des Trafos über eine 25 oder 35 Amperesicherung. Bei dieser Methode kann man über einen längeren Zeitraum auch eine eventuell hörbare Diagnose treffen, z. B. in der Symmetrierdrossel oder zwischen einem Eisenpaket und der Spule.
Erosion
Erosion ist das Abtragen von Material an der Oberfläche von Bauteilen, an denen Flüssigkeiten, Dämpfe oder Gase vorbei strömen.
Quellen
- Herbert H. Netzel: Induktionsofenhandbuch. 3. Auflage, Eigenverlag IES, Witten 2003, S. 48.
Erstarrung
Erstarrung ist der Übergang vom schmelzflüssigen in den festen Zustand. Hier tritt eine Erstarrungsschrumpfung ein, der dabei im Formraum entstehende Volumenverlust muss durch Nachspeisung mit noch flüssigem Metall ausgeglichen werden.
Erstarrung bezeichnet in der Gießereitechnik den physikalischen Prozess, bei dem flüssiges Metall während des Abkühlens vom flüssigen in den festen Aggregatzustand übergeht.
Bedeutung der Erstarrung in der Gießerei
Die Erstarrung ist eine Kernphase im Gießprozess und bestimmt maßgeblich die Qualität des Gussteils. Während des Abkühlens bildet das flüssige Metall erste Kristallstrukturen, sogenannte Keime, die sich anschließend weiter ausdehnen und vernetzen. Die Geschwindigkeit und Art der Erstarrung beeinflussen wesentliche Werkstoffeigenschaften, wie Gefügestruktur, Festigkeit, Zähigkeit und Oberflächenbeschaffenheit des fertigen Bauteils. Dabei ist die Steuerung der Erstarrungsmechanismen entscheidend, um Lunkerbildung, Porosität und unerwünschte innere Spannungen zu minimieren.
Phasen und Mechanismen der Erstarrung
Der Erstarrungsvorgang kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden. Zu Beginn bilden sich erste Kristallisationskeime bei Annäherung an die Erstarrungstemperatur. Diese wachsen im Verlauf der Erstarrung weiter und bilden dendritische oder körnige Gefüge. Eine kontrollierte Keimbildung und ein gleichmäßiges Wachstum sind hier essentiell, um qualitativ hochwertige Gussteile zu sichern. Durch gezielte Zusätze von Legierungen oder Behandlung mit sogenannten Impfmitteln können die Keimbildung beeinflusst und die gewünschte Gefügeausbildung optimiert werden.
Einflussfaktoren auf den Erstarrungsprozess
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Erstarrung maßgeblich, darunter die chemische Zusammensetzung der Metallschmelze, die Abkühlgeschwindigkeit, die Formgestaltung sowie die Gießtemperatur. Änderungen eines dieser Parameter wirken sich unmittelbar auf Struktur und damit auf Qualität und Eigenschaften des Gussteils aus. Daher werden fortschrittliche Techniken wie Computersimulationen heute genutzt, um die Erstarrung detailliert vorherzusagen und gezielt zu optimieren.
Gießen
Gießen ist die Formgebung eines Werkstoffes, der im flüssigen Zustand unter dem Einfluß der Schwerkraft, der Fliehkraft oder unter Druck in eine dem Fertigungserzeugnis entsprechende Form gefüllt wird und darin erstarrt. Im Allgemeinen versteht man unter Gießen das Einbringen des flüssigen Gießwerkstoffes in die Form.



Giesseinrichtungen
Giesseinrichtungen werden meistens beheizt und seltener unbeheizt ausgeführt. Das Giessen wird heute seltener über einen Stopfen direkt aus dem Gefäss durchgeführt. Es hat sich das Giessen über einen Syphonausguss mit Stopfen durchgesetzt. Giesseinrichtungen werden mit Inhalten von 0,8 t bis ca. 20 t geliefert. Als Beheizungsaggregat gibt es den herkömmlichen Rinneninduktor und bei besonderen Anwendungen auch einen Tiegelinduktor mit bis zu 300 kg Eigeninhalt. Das Gefäss oder Kessel haben einen Ein- und Ausgusssyphon die ggf. abflanschbar ausgeführt sind. Durch die Erhöhung des Gasdrucks oberhalb des Badspiegels wird der Badspiegel innerhalb des Gefässes abgesenkt und er steigt im Ausgusssyphon auf die vorgegebene Giesshöhe, die auch während des Giessprozesses eingehalten wird. Der Giessprozess wird über Lasertechnik oder Kameratechnik gesteuert bzw. geregelt. Das Teach-in-Prinzip speichert bis zu 99 vorgegebene und manuell eingefahrene Giesskurven, die dann Kasten für Kasten abgefahren werden können. Eine Totalentleerung des Gefässes erfolgt mit Hilfe von Hydraulikzylindern durch den Einguss. Giesseinrichtungen werden mit der Formanlage gekoppelt und so stets in die richtige Giessposition gefahren.
Gichtbühne
Gichtbühne ist die Plattform oder Arbeitsbühne zur Beschickung mit den Einsatz- oder Gattierungschargen.
Gicht
Gicht nennt man den oberen Teil eines Schachtofens wie es der Kupolofen ist. Durch die Gicht erfolgt die Ofenbeschickung und die Ofenabgase ziehen durch die Gicht ab.
Quellen
- Herbert H. Netzel: Induktionsofenhandbuch. 3. Auflage, Eigenverlag IES, Witten 2003, S. 65.
Siehe auch
Gattieren
Gattieren ist das Zusammenstellen des Einsatzes nach Art und Menge, damit die Schmelze die geforderte chemische Zusammensetzung erreicht. Das Ergebnis hält die Gattierungsliste fest. Das anschließende Befüllen des Chargiergerätes heißt Chargieren.
Quellen
- Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG): Der energieeffiziente Gießereibetrieb 2.0 – Energieeffiziente Gattierung und Einfluss der Chargenzusammensetzung. Revisionsstand Nr. 1, 29.07.2013, S. 7 (Gattierungsberechnung). Abgerufen am 27.08.2026.