Grauguss, auch Gusseisen mit Lamellengraphit genannt, ist eine häufig verwendete Eisengussart, die sich durch seine graue Bruchfläche und einzigartige Materialeigenschaften auszeichnet.
Definition und Zusammensetzung von Grauguss
Grauguss gehört zur Gruppe der Gusseisenwerkstoffe, deren Kohlenstoffgehalt zwischen 2,5 % und 4 % liegt. Der überwiegende Anteil seines Kohlenstoffs liegt dabei in Form von Lamellengraphit vor, was dem Material seine charakteristische graue Bruchfläche und spezifische mechanische Eigenschaften verleiht. Neben Kohlenstoff und Eisen enthält Grauguss zusätzlich geringe Anteile an Silizium, Mangan, Phosphor und Schwefel, die seine Eigenschaften beeinflussen.
Eigenschaften und Vorteile von Grauguss
Dank des enthaltenen Lamellengraphits zeichnet sich Grauguss durch hervorragende Dämpfungseigenschaften, exzellente Wärmeleitfähigkeit und eine sehr gute Gießbarkeit aus. Hierdurch eignet sich der Werkstoff optimal für Bauteile, die starken Belastungen oder hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Die spröde Natur des Materials limitiert jedoch seine Einsatzmöglichkeiten bei Anwendungen, die hohe Schlagzähigkeit oder große plastische Verformbarkeit verlangen.
Anwendungsbereiche von Grauguss
Grauguss findet vielfältige Anwendungen in der Industrie und im Alltag. Häufige Einsatzbereiche sind Bauteile im Maschinenbau, wie Motorgehäuse, Zylinderblöcke, Bremsscheiben und Kupplungsplatten, aber auch Heizkörper und Kanaldeckel im öffentlichen Bereich. Durch seine Wirtschaftlichkeit und breite technologische Nutzbarkeit bleibt dieser Werkstoff trotz moderner Alternativen unverzichtbar.